Kautschuk

Deutschland 1938 | Genre: Abenteuerfilm
Darsteller: René Deltgen, Vera von Langen, Gustav Diessl, Hans Nielsen, u.a.
Regie: Eduard von Borsody
Filmlänge: ca. 105 Minuten / ca. 100 Minuten (Prüffassung 1950)
Produktionsfirma: Universum-Film AG (UFA) (Berlin)
Verfügbarkeit: DVD
Inhalt: Der junge Engländer Henry Wickham bricht 1876 von Manaos aus zum Oberen Amazonas auf, um den Samen der Hevea (Gummibaum) zu sammeln, obwohl auf deren Ausfuhr oder Schmuggel in Brasilien die Todesstrafe steht. Nach einer gefährlichen Expedition durch den Amazonas-Dschungel, Sturm und Kampf mit einer Riesenschlange erreicht er sein Ziel, sammelt das wertvolle Saatgut ein und schafft es illegal außer Landes. Das brasilianische Kautschuk-Monopol ist für Großbritannien gebrochen.
Info: Der Film erzählt die Geschichte des Engländers Henry Wickham, der 1876 Kautschuksamen nach England schmuggelte, um das brasilianische Monopol zu brechen. Der Film erhielt das Prädikat „Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll“.
In den Film eingearbeitet sind Szenen aus einem Dokumentarfilm über den Amazonas von Franz und Edgar Eichhorn. Diese boten den Film der UFA an, woraufhin das Drehbuch nach Franz E. Anders‘ (Pseudonym Franz Eichhorns) Roman „In der grünen Hölle“ geschrieben wurde.
Drehort: Babelsberg-Studios und Travemünde. Expeditionsaufnahmen (1935/36): Amazonasgebiet-Brasilien

Der laufende Berg

Deutschland 1941 | Genre: Heimatfilm, Literaturverfilmung, Drama
Darsteller: Hansi Knoteck, Paul Richter, Maria Andergast, Beppo Brem, u.a.
Regie: Hans Deppe
Filmlänge: ca. 90 Minuten
Produktionsfirma: Universum-Film AG (UFA) (Berlin)
Verfügbarkeit: DVD
Inhalt: Über menschliche Gegensätze und Eifersuchtskonflikte hinweg findet sich eine Dorfgemeinschaft im gemeinsamen Kampf gegen eine Naturkatastrophe.
Info: Es existieren private Farbfilmaufnahmen von den Film, die Eva Braun und ihr Gefolge während der Dreharbeiten machten. Heimatdrama nach  Ludwig Ganghofer.
Drehort: Hintersee bei Berchtesgarden, Dolomiten. Prädikat: Volkstümlich wertvoll

Der letzte Mann

Deutschland 1924 | Genre: Stummfilm, Melodram
Darsteller: Emil Jannings, Max Hiller, Maly Delschaft, Emilie Kurz, Georg John u. a.
Regie: F. W. Murnau
Filmlänge: ca. 74 Minuten
Untertitel: Der Hotelportier (AT)
Produktionsfirma: Union-Film der Universum-Film AG (Ufa) (Berlin)
Inhalt: Berlin, Jahrhundertwende. Der alte Portier des Luxushotels Adlon, der mit großem Engagement seinen Beruf ausübt und sich als ‚erster Mann‘ fühlt, muss seine Portierslivree ablegen. Damit bricht eine Welt zusammen. Denn mit der Uniform und der Stellung war er in der Hinterholfwelt, in der er lebte, eine geachtete Persönlichkeit. Zum Toilettenwärter degradiert, stiehlt er nachts die Uniform, um den Schein zu wahren. Am Hochzeitstag seiner Nichte kommt die Wahrheit ans Licht. Gedemütigt und gebrochen kehrt er zu den Toiletten zurück.
Info: Murnaus Film gehört zu den bedeutendsten künstlerischen Leistungen des Kinos in der Weimarer Republik, darüber hinaus zu den wenigen deutschen Filmen der zwanziger Jahre, die auch im europäischen Ausland und in den USA zu einem geschäftlichen Erfolg wurden. Höhepunkt des deutschen expressionistischen Stummfilms. Neuverfilmung 1955 mit Hans Albers.
Restaurierung
Die Restaurierung von „Der letzte Mann“ konnte in originaler Schnittfolge und bestmöglicher Bildqualität gelingen, da Materialien des Originalnegativs und Kopien der ersten Generation zur Verfügung standen. Ursprünglich gab es drei Originalnegative, die Mitte der 1920er Jahre für Deutschland, für den allgemeinen Export und für die USA hergestellt worden waren. Mit der Restaurierung von Murnaus Filmklassiker ging eine Wiederentdeckung des großen italienischen Filmkomponisten Giuseppe Becce einher, der 1924 die Filmmusik für „Der letzte Mann“ schrieb und die Entwicklung der deutschen Filmmusik jahrzehntelang mitbestimmte.
Auszeichnungen
1924: Prädikat: Volksbildend | Künstlerisch
1964: Prädikat: Besonders wertvol

Die Stadt der Millionen. Ein Lebensbild Berlins

Deutschland 1925 | Genre: Dokumentarfilm, Stummfilm, Zeitdokument
Darsteller: —
Regie: Adolf Trotz
Filmlänge: ca. 85 Minuten
Produktionsfirma: Universum-Film AG (UFA) (Berlin) (Kulturabteilung)
Info: zwei Jahre vor Walther Ruttmanns „Berlin. Die Symphonie der Großstadt“ aus dem Jahr 1927 entstand „Die Stadt der Millionen. Der Dokumentarfilm ist das erste abendfüllende Stadtporträt Berlins und zeigt den Alltag in ganz unterschiedlichen Vierteln der Stadt. Eine Zeitreise ins unzerstörte Berlin rund um das Schloss, die Tauentzienstraße oder den Potsdamer Platz. Enhält den Animationsfilm „Berlin im Jahr 2000“. Sehenswert.
Der erste längere Film über Berlin entstand bereits 1922: Berlins Entwicklung. Bilder vom Werdegang einer Weltstadt (R:Willy Achsel). Auch dieser Film wurde von der Kulturabteilung der Ufa hergestellt, allerdings nicht für eine Kinoauswertung, sondern als Lehrfilm für Schulen und sonstige Bildungszwecke.

Der Mann, der Sherlock Holmes war

Deutschland 1937 | Genre: Kriminalkomödie
Darsteller: Hans Albers, Heinz Rühmann, Hansi Knoteck, Marieluise Claudius u. a.
Regie: Karl Hartl
Filmlänge: ca. 112 Minuten (Prüffassung: 104 Minuten)
Produktionsfirma: Universum-Film AG (UFA) (Berlin)
Inhalt: Zwei Privatdetektive verkleiden sich zwecks Steigerung der Aufmerksamkeit als Sherlock Holmes und Dr. Watson. Die Maskerade verselbständigt sich, als sie im Zug nach Paris und in einem Hotel für die echten Detektive gehalten werden. Damit nicht genug, bekommen sie von der Polizei den offiziellen Auftrag, einen Briefmarkendiebstahl aufzuklären.
Info: Nach „Bomben auf Monte Carlo“ von 1931 die zweite Zusammenarbeit der beiden damals populärsten deutschen Schauspieler. Nach Arthur Conan Doyle (Schriftsteller). Das Lied „Jawohl, meine Herr’n“ aus dem Film erschien auch auf Schallplatte. Musik: Hans Sommer

Gasparone

Deutschland 1937 | Genre: Operettenverfilmung, Musikfilm
Darsteller: Marika Rökk, Johannes Heesters, Rudolf Platte u. a.
Regie: Georg Jacoby
Filmlänge: ca. 94 Minuten
Produktionsfirma: Universum-Film AG (UFA) (Berlin)
Inhalt: Im Fantasiestaat Olivia treibt Räuberhauptmann Gasparone sein Unwesen.Aber nicht nur er bereitet Präfekt Nasoni Sorgen, auch dessen Sohn Sindulfo ist nicht ohne. Er soll Gräfin Ambrat heiraten, liebt aber Ita, Nichte des zwielichtigen Massaccio. Da taucht der elegante Erminio auf, in den sich wiederum die Gräfin verguckt. Letztlich wird Massaccio als Gasparone entlarvt, Erminio entpuppt sich als Staatsbeamter, der auf Gasparone angesetzt war und nun seine schöne Gräfin bekommt. Dann kann auch Sindulfo seine Ita in die Arme schließen.
Info: Operette von Carl Millöcker mit dem damaligen Traumpaar Marika Rökk/Johannes Heesters. Gedreht wurde vom 1. September bis November 1937 auf dem Freigelände Neubabelsberg sowie auf den Inseln Korčula und Lokrum bei Dubrovnik. Weitere Verfilmungen 1909 und 1955.

Wunder der Schöpfung

Deutschland 1924/1925 | Genre: Kulturfilm, Dokumentarfilm, Stummfilm
Darsteller: Margarethe Schön,
Regie: Hanns Walter Kornblum, Johannes Meyer (Spielszenen), Rudolf Biebrach (Spielszenen)
Filmlänge: ca. 90 Minuten
Produktionsfirma: Colonna-Film GmbH, Hanns Walter Kornblum (Berlin), Universum Film AG – Kulturabteilung (Berlin)
Inhalt: Der 1925 aktuelle Wissensstand von Astronomie und Physik wird erklärt mit der Hilfe von dokumentarischen Elementen und Spielszenen, Animationen und Grafiken. Höhepunkt der Lektionen über die Erde, die Schwerkraft, den Mond und die Sterne bildet die futuristisch anmutende Reise eines Raumschiffs, das auf der Reise durch das Weltall verschiedene Planeten besucht. Geboten wird zudem eine Vision des als unausweichlich betrachteten Weltuntergangs.
Info: Dieser aufwändig gemachte, essayistische Kulturfilm sollte das gesamte damalige Wissen der Menschheit über die Erde und über das Weltall darstellen. Insgesamt arbeiteten 15 Spezialeffekt-Experten und neun Kameramänner an dem Film, der dokumentarische Szenen, historische Dokumente, Animationssequenzen und Spielszenen, sowie Abenteuerfilm- und Science-Fiction-Elemente miteinander verbindet und eine für damalige Verhältnisse verblüffende Tricktechnik aufweist. Englisch: Our Heavenly Bodies