Die gestohlene Schlacht

DDR/CSSR 1971 | Genre: Historienkomödie

Darsteller: Manfred Krug, Herwart Grosse, Marie Malková, Jaroslav Satoranský, Rolf Hoppe, u.a.
Regie: Erwin Stranka
Filmlänge: ca. 96 Minuten
Originaltitel: Ukradena bitva (CS)

Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg), Filmstudio Barrandov (Prag)
Verfügbarkeit: DVD

Inhalt: Anno 1757: Seit Wochen belagert Friedrich II. mit seinem Heer Prag. Dort haben sich die Österreicher verschanzt. In größter Not besinnt sich der Preußenkönig auf seinen Untertan, den Meisterdieb Käsebier, der in der Festung Stettin einsitzt. Er soll ihm die Goldene Stadt „stehlen“, wozu Käsebier als wahrer Künstler seines Fachs imstande und zunächst auch willens ist. Aber als er merkt, dass der königliche Kumpan ihn übers Ohr hauen will, dreht er den Spieß um: Aus der gestohlenen Stadt wird die gestohlene Schlacht.
Info: „Eine historische Tatsache in freier Version“, bezeichnete DEFA-Regisseur Erwin Stranka seine Komödie – denn den Meisterdieb Käsebier und seine Verbindung zu Friedrich II. hat es tatsächlich gegeben. Egon Erwin Kisch hat eine Erzählung über ihn geschrieben, die Grundlage dieses DEFA-Films war.
Auszeichnungen: Nationalpreis II. Klasse (1971): Für seine volksverbundene Darstellungskunst in Kino- und Fernsehfilmen und sein Mitwirken bei der Entwicklung einer sozialistischen Unterhaltungskunst (Manfred Krug). Filmfestival der Werktätigen der CSSR (1972): Ehrende Anerkennung für Manfred Krug.
Advertisements

Das Kaninchen bin ich

DDR 1965 | Genre: Gesellschafts- und Justizdrama
Darsteller: Angelika Waller, Alfred Müller, Ilse Voigt, Wolfgang Winkler, u.a.
Regie: Kurt Maetzig
Filmlänge: ca. 114 Minuten
Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD
Inhalt: Nach dem Bau der Mauer 1961 verliebt sich die 19-jährige Ost-Berliner Kellnerin Maria Morzeck in den wesentlich älteren Richter Paul Deister. Maria durfte nicht studieren, weil Bruder Dieter wegen „staatsgefährdender Hetze“ verurteilt wurde. Maria findet heraus, dass Deister der Richter war, will aber Liebe und den Fall auseinander halten. Deister schweigt, doch sein Verhalten macht klar, dass er Menschen nur benutzt. Dieter wird vorzeitig entlassen, schlägt Maria zusammen. Maria verlässt die gemeinsame Wohnung und will sich einen Studienplatz erkämpfen.
Info: Einer der Filme des Jahrgangs 1965, als in der DDR die gesamte Jahresproduktion („Spur der Steine“ und „Karla“) verboten wurde. Die Verbotsfilme wurden damals „Kaninchenfilme“ genannt. Die Uraufführung des Films fand schließlich 1990 nach der Wende statt.

Revue um Mitternacht

DDR 1962 | Genre: Revuefilm

Darsteller: Christel Bodenstein, Manfred Krug, Werner Lierck, Claus Schulz, u.a.
Regie: Gottfried Kolditz
Filmlänge: ca. 104 Minuten

Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD
Inhalt: Um ein Revuefilm-Projekt in die Gänge zu bekommen, verfrachtet Produzent Otto Kruse die Beteiligten in eine abgelegene Villa. Doch aus der erhofften kreativen Atmosphäre wird erst mal nichts, Lethargie macht sich breit und die ersten der Anwesenden schmieden Fluchtpläne. Einzig der junge Komponist Alexander Ritter kann mit einem Feuerwerk an Ideen aufwarten. Und warum er das tut, wird auch ziemlich schnell klar: er will die adrette Produktionsassistentin Claudia beeindrucken.
Info: Der Film wurde im 4-Kanal-Magnetton und Breitwandformat gefertigt unter den Arbeitstiteln „Prügelknaben“ und „Keiner will’s kalt“ gedreht. Er hatte am 7. Juli 1962 im Berliner Kino Colosseum seine Premiere. In einer Revueszene singen unter anderem Julia Axen, Helga Brauer, Fanny Daal, Hartmut Eichler, Fred Frohberg und Günter Hapke. Im Film sind Tänzer des Balletts der Deutschen Staatsoper zu sehen. Es spielen das DEFA-Sinfonieorchester und das Tanzorchester des Berliner Rundfunks.

Geboren unter schwarzen Himmeln

DDR 1962 | Genre: Familienchronik, Geschichte
Darsteller: Barbara Dittus, Fred Düren, Eberhard Esche, Jürgen Frohriep, u.a.
Regie: Achim Hübner
Filmlänge: ca. 400 Minuten (Gesamt)
Arbeitstitel: 13 Schornsteine
Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD
Inhalt: Beim Bau des größten Unternehmens der Chemieindustrie 1916 lernen sich die beiden kennen. 1945 kehrt Walter aus dem KZ zurück, das Gertrud nicht überlebt hat. Dazwischen liegen zwei Weltkriege, Streiks und Verhaftungen, Arbeitslosigkeit und Inflation, der Tod des gemeinsamen Sohnes, Naziherrschaft und ist dennoch auch eine Liebesgeschichte.
Info: ein Fernsehroman des DFF in fünf Folgen von Jutta Bartus und Rudolf Böhm. Die dramatische Erzählung von Walter und Gertrud Frenzel ist auch die Geschichte der Leunawerke.

Wie füttert man einen Esel?

DDR 1974 | Genre: Fernfahrerkomödie, Roadmovie
Darsteller: Manfred Krug, Karla Chadimová, Fred Delmare, Kati Bus, u.a.
Regie: Roland Oehme
Filmlänge: ca. 95 Minuten
Alternativtitel: Erdbeeren aus Bulgarien
Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD
Inhalt: Fernfahrer Fred hat entlang seiner Routen etliche Liebesaffären, die er gern immer wieder auffrischt. Bei einer Tour nach Bulgarien fällt Beifahrer Orje nach einem Unfall in Prag aus. Die flotte Tschechin Jana setzt durch, dass er sie an Orjes Stelle mitnimmt. Der Mann gefällt ihr, und so plagt sie sich mit dem Schwerlaster und damit ab, Freds Aufmerksamkeit zu gewinnen. Doch der will sein Adressenbüchlein Station für Station „abarbeiten“, wobei ihn Jana einfallsreich stört. Langsam schwindet sein Ärger und auf der Rückfahrt kommen sie im Prunkbett eines ungarischen Schlosses zusammen.
Info: Wie schon ein Jahr zuvor in Herrmann Zschoches Film „Weite Straßen – Stille Liebe“ spielte Manfred Krug die Rolle des Fernfahrers, die ihm dann in der BRD in der Serie „Auf Achse“ große Popularität brachte. Das freche Roadmovie wird begleitet von beliebten Rock-Bands der 1970er-Jahre, wie der Klaus Renft Combo, Phönix, Impuls 73, Illés und Günther Fischer. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Prag, Budapest und Bukarest.

Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus

DDR 1977 | Genre: Märchenfilm, Parabel
Darsteller: Hans-Joachim Frank, Dieter Franke, Rolf Ludwig, Katrin Martin, u.a.
Regie: Egon Schlegel
Filmlänge: ca. 92 Minuten
Untertitel: Der Teufel mit den drei goldenen Haaren
Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD
Inhalt: Jakob wird wegen seiner notorischen Ängstlichkeit regelmäßig verspottet. Nun soll er einen Brief an den Hof des Königs bringen, wird aber von Räubern abgefangen, die ihm damit das Leben retten: In dem Brief wird Jakobs Hinrichtung angeordnet, weil man ihn für einen Rebellen hält. Aus Mitleid tauschen die Räuber den Brief aus und ordnen die Heirat Jakobs mit der Prinzessin an. Der König ist zornig und befiehlt dem Schwiegersohn, ihm drei Haare des Teufels zu besorgen.
Info: der Film wurde in Potsdam und Orten im heutigen Landkreis Potsdam-Mittelmark gedreht. Einzelne Szenen entstanden auf Schloss Wiesenburg und am Kähnsdorfer See, während andere Szenen im Atelier in Potsdam-Babelsberg gedreht wurden. Frei nach den Gebrüdern Grimm.

Lützower

DDR 1972 | Genre: Historienfilm

Darsteller: Jürgen Reuter, Herta Knoll, Lew Prygunow, Karl-Heinz Liefers, u.a.
Regie: Werner W. Wallroth
Filmlänge: ca. 93 Minuten

Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD

Inhalt: Juni 1813. Ein Trupp der Lützower dringt unter Führung des Hauptmanns Friesen in das Haus eines Kaufmanns ein und erbeutet dort die französische Kriegskasse Napoleons. Dabei gerät Hauptmann Friesen in französische Gefangenschaft, die den sicheren Tod bedeutet. Doch Friesen gelingt die Flucht. Marie, die Tochter des Kaufmanns, liebt Friesen und weiß von einer hinterlistigen Falle gegen die Lützower. Mit Hilfe eines Tricks schafft sie es bis zur Truppe, um diese zu warnen. Doch Major Lützow glaubt Ihr nicht und führt einen Teil der Truppe in den Hinterhalt.
Info: Das Lützowsche Freikorps wurde im Februar 1813 mit offizieller Billigung unter dem Namen Königlich Preußisches Freikorps als reguläre Truppe des preußischen Heeres gegründet. Es bestand aus patriotisch gesinnten Freiwilligen aus allen deutschen Landen, die gegen Napoleon kämpfen wollten. Zu den bekannten Mitgliedern zählten die Leipziger Turner Friedrich Ludwig Jahn und Karl Friedrich Friesen. Der Film, der nach einem Theaterstück von Hedda Zinner entstand, weicht von der realen Geschichte ab. Während sich der Überfall auf die sächsische Kleinstadt (in Wirklichkeit war es Kahla in Thüringen) tatsächlich ereignet hat, ist die Verschwörung sächsischer Tuchhändler und preußischer Generalität gemeinsam mit den Franzosen Fiktion.