Heimkehr in ein fremdes Land / Die Heimkehr des Joachim Ott

DDR 1976/1979 | Genre: Fernsehfilm, Drama

Darsteller: Fred Düren, Lissy Tempelhof, Marga Legal, Angelika Waller,
Regie: Manfred Mosblech / Edgar Kaufmann
Filmlänge: ca. 226 Minuten (Teil 1-3) / ca. 98 Minuten (TV-Film)

Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD

Inhalt:
Heimkehr in ein fremdes Land
In einem sowjetischen Kriegsgefangenenlager überlebt Martin Stein, neunzehn Jahre alt, das Grauen des Zweiten Weltkrieges. Verbittert und mutlos sieht er nur noch einen Weg: sein Leben zu beenden. Diejenigen, die es verhindern, bringen ihn dazu nachzudenken. Er beginnt zu begreifen, dass es eine Zukunft gibt, für die er selbst verantwortlich ist. Martin Stein kehrt aus Russland mit Hoffnungen und Vorstellungen in seine Heimat zurück, doch die Realität sieht anders aus. In Berlin lebt seine Mutter mit einem Mann zusammen, der ihm kein Vater sein kann. Es ist für ihn ein beschwerlicher Weg in ein neues Leben. Er lernt aber auch Menschen wie den Kommunisten Hüttenrauch und die junge Margot kennen, die ihn begleiten und tatkräftig unterstützen. Stein schwor sich in der Gefangenschaft: „Nie wieder eine Uniform“. Drei Jahre später, nachdem sein Freund Hüttenrauch ermordet wurde, gehört er zu denen, die die Uniform der jungen Volkspolizei tragen …
Die Heimkehr des Joachim Ott
Anfang 1950 – Joachim Ott kommt nach langen Jahren der Gefangenschaft nach Hause und erfährt, dass seine Frau Bettina mit einem anderen Mann zusammenlebt. Er bringt es nicht fertig, sie zu verurteilen, blieb sie doch die ganzen Jahre über ohne Nachricht vom ihm, sie musste doch glauben, dass er gefallen sei. Ausgelaugt, verbittert und ohne Glauben an eine bessere Zukunft, gibt er ihr zu verstehen, dass sie sich nicht an ihn gebunden fühlen solle. Doch mit diesem Verzicht ist weder für ihn und Bettina noch für Peter, dem anderen Mann, die Geschichte zu Ende…
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Lissy

DDR 1957 | Genre: Drama, Literaturverfilmung

Darsteller: Sonja Sutter, Horst Drinda, Hans-Peter Minetti, Kurt Oligmüller, u.a.
Regie: Konrad Wolf
Filmlänge: ca. 89 Minuten

Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD

Inhalt: Lissy Schröder, ein lebensfrohes, aber verführbares Berliner Arbeiterkind aus sozialdemokratischem Haus träumt vom gutsituierten Leben. Als sie den Angestellten Alfred Fromeyer heiratet, hofft sie auf den gesellschaftlichen Aufstieg. Die Massenarbeitslosigkeit des Krisenjahrs 1932 verhindert dies jedoch. Alfred schließt sich den Nazis an, steigt in Kürze zum SA-Sturmführer auf und kann seiner Familie die ersehnte Sicherheit geben. Doch Lissy merkt bald, dass Wohlstand allein nicht glücklich macht. Schließlich wendet sie sich von ihrem Mann und dessen Freunden ab. Wohin ihr Weg sie führen wird, ist jedoch noch ungewiss.
Info: Der Film entstand nach dem gleichnamigen Roman von Franz Carl Weiskopf.

Thomas Müntzer

DDR 1956 | Genre: Historienfilm

Darsteller: Wolfgang Stumpf, Margarete Taudte, Ruth Maria Kubitschek, Wolf Kaiser, u.a.
Regie: Martin Hellberg
Filmlänge: ca. 135 Minuten

Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD

Inhalt: Thüringen, Anfang des 16. Jahrhunderts. Pfarrer Thomas Müntzer zieht als Botengänger Gottes und leidenschaftlicher Lutheraner durch das Land. Kraft seiner Worte, mit denen er deutlich und ungestüm die Kirche kritisiert, rührt er die Menschen ans Herz. In einem Nonnenstift holt er durch seine Diskurse über Gerechtigkeit die Nonne Ottilie von Gersen zurück ins weltliche Leben. Sie unterstützt ihn fortan als seine Ehefrau. 1523 tritt Müntzer in Allstedt eine Pfarrstelle an und zelebriert erstmals eine Messe in deutscher Sprache. Damit lockt eine noch nie gesehene Zahl an Gottesdienstbesuchern an. Nicht erst zu dem Zeitpunkt, als einige Bürger Anfang 1524 eine Marienkapelle anzünden, geht die Furcht bei der Obrigkeit um. Während Luther sich mit den Mächtigen arrangiert, stellt sich Müntzer an die Spitze der aufständischen Bauern und brandmarkt Luther. Doch auch Müntzers mutiger Einsatz kann die schicksalhafte Niederlage nicht abwenden.
Info: Der DEFA-Film »Thomas Müntzer« wurde 1956 uraufgeführt. 17 Jahre später, anlässlich des 450. Jahrestages des Bauernkrieges, sollte er erneut eingesetzt werden. Wegen der »veränderten politischen Situation« nach dem Mauerbau wurden Kürzungen von Szenen beschlossen, die einen gesamtdeutschen Bezug hatten. Bei der Rekonstruktion hatte es die DEFA-Stiftung aber nicht nur mit diesen politischen Schnittauflage (vier Szenen) zu tun, sondern auch mit einem unvollständigem Originalnegativ. Es fehlt die ganze 5. Rolle im Negativ (ca. 8 min). Diese Rolle konnte mit dem Dup.-Negativ ersetzt und ergänzt werden.
„Thomas Müntzer“ mit Wolfgang Stumpf (1909-1983) in der Hauptrolle ist in der Rekordzeit von nur 83 Tagen in Quedlinburg gedreht worden. Neben 169 Schauspielern sorgten 5.000 Kleindarsteller dafür, dass der Historienstreifen zu einer der aufwendigsten und teuersten Defa-Produktionen ihrer Zeit wurde.

Der Baulöwe

DDR 1980 | Genre: Komödie

Darsteller: Rolf Herricht, Agnes Kraus, Annekathrin Bürger, Hans Klering, u.a.
Regie: Georgi Kissimov
Filmlänge: ca. 93 Minuten

Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD

Inhalt: Unerfahren, aber mutig stürzt sich der Unterhaltungskünstler Ralf Keul in das Abenteuer eines Hausbaus. Nichts bleibt ihm dabei erspart: Ständig am Rand des Nervenzusammenbruchs, kämpft er gegen die Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und dem Transport. Auch die Handwerker, die am liebsten die Hand fürs Trinkgeld aufhalten, aber sonst nicht gerade von Fleiss strotzen, machen ihm zu schaffen. Auf halber Strecke geht ihm schliesslich das Geld aus, und er muss seine geliebte Münzsammlung verkaufen. Am Ende steht das Haus – aber zu welchem Preis!
Info: Rolf Herricht war einer der großen komischen Stars der DDR und stand im Gegensatz zu vielen seiner Komiker-Kollegen oft vor den Kameras der DEFA. Der Baulöwe ist seine erste Lustspiel-Arbeit nach Roland Oehmes „Der Mann, der nach Oma kam“ (1971). Letzter Kinofilm mit Rolf Herricht.

Die gestohlene Schlacht

DDR/CSSR 1971 | Genre: Historienkomödie

Darsteller: Manfred Krug, Herwart Grosse, Marie Malková, Jaroslav Satoranský, Rolf Hoppe, u.a.
Regie: Erwin Stranka
Filmlänge: ca. 96 Minuten
Originaltitel: Ukradena bitva (CS)

Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg), Filmstudio Barrandov (Prag)
Verfügbarkeit: DVD

Inhalt: Anno 1757: Seit Wochen belagert Friedrich II. mit seinem Heer Prag. Dort haben sich die Österreicher verschanzt. In größter Not besinnt sich der Preußenkönig auf seinen Untertan, den Meisterdieb Käsebier, der in der Festung Stettin einsitzt. Er soll ihm die Goldene Stadt „stehlen“, wozu Käsebier als wahrer Künstler seines Fachs imstande und zunächst auch willens ist. Aber als er merkt, dass der königliche Kumpan ihn übers Ohr hauen will, dreht er den Spieß um: Aus der gestohlenen Stadt wird die gestohlene Schlacht.
Info: „Eine historische Tatsache in freier Version“, bezeichnete DEFA-Regisseur Erwin Stranka seine Komödie – denn den Meisterdieb Käsebier und seine Verbindung zu Friedrich II. hat es tatsächlich gegeben. Egon Erwin Kisch hat eine Erzählung über ihn geschrieben, die Grundlage dieses DEFA-Films war.
Auszeichnungen: Nationalpreis II. Klasse (1971): Für seine volksverbundene Darstellungskunst in Kino- und Fernsehfilmen und sein Mitwirken bei der Entwicklung einer sozialistischen Unterhaltungskunst (Manfred Krug). Filmfestival der Werktätigen der CSSR (1972): Ehrende Anerkennung für Manfred Krug.

Das Kaninchen bin ich

DDR 1965 | Genre: Gesellschafts- und Justizdrama
Darsteller: Angelika Waller, Alfred Müller, Ilse Voigt, Wolfgang Winkler, u.a.
Regie: Kurt Maetzig
Filmlänge: ca. 114 Minuten
Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD
Inhalt: Nach dem Bau der Mauer 1961 verliebt sich die 19-jährige Ost-Berliner Kellnerin Maria Morzeck in den wesentlich älteren Richter Paul Deister. Maria durfte nicht studieren, weil Bruder Dieter wegen „staatsgefährdender Hetze“ verurteilt wurde. Maria findet heraus, dass Deister der Richter war, will aber Liebe und den Fall auseinander halten. Deister schweigt, doch sein Verhalten macht klar, dass er Menschen nur benutzt. Dieter wird vorzeitig entlassen, schlägt Maria zusammen. Maria verlässt die gemeinsame Wohnung und will sich einen Studienplatz erkämpfen.
Info: Einer der Filme des Jahrgangs 1965, als in der DDR die gesamte Jahresproduktion („Spur der Steine“ und „Karla“) verboten wurde. Die Verbotsfilme wurden damals „Kaninchenfilme“ genannt. Die Uraufführung des Films fand schließlich 1990 nach der Wende statt.

Revue um Mitternacht

DDR 1962 | Genre: Revuefilm

Darsteller: Christel Bodenstein, Manfred Krug, Werner Lierck, Claus Schulz, u.a.
Regie: Gottfried Kolditz
Filmlänge: ca. 104 Minuten

Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam-Babelsberg)
Verfügbarkeit: DVD
Inhalt: Um ein Revuefilm-Projekt in die Gänge zu bekommen, verfrachtet Produzent Otto Kruse die Beteiligten in eine abgelegene Villa. Doch aus der erhofften kreativen Atmosphäre wird erst mal nichts, Lethargie macht sich breit und die ersten der Anwesenden schmieden Fluchtpläne. Einzig der junge Komponist Alexander Ritter kann mit einem Feuerwerk an Ideen aufwarten. Und warum er das tut, wird auch ziemlich schnell klar: er will die adrette Produktionsassistentin Claudia beeindrucken.
Info: Der Film wurde im 4-Kanal-Magnetton und Breitwandformat gefertigt unter den Arbeitstiteln „Prügelknaben“ und „Keiner will’s kalt“ gedreht. Er hatte am 7. Juli 1962 im Berliner Kino Colosseum seine Premiere. In einer Revueszene singen unter anderem Julia Axen, Helga Brauer, Fanny Daal, Hartmut Eichler, Fred Frohberg und Günter Hapke. Im Film sind Tänzer des Balletts der Deutschen Staatsoper zu sehen. Es spielen das DEFA-Sinfonieorchester und das Tanzorchester des Berliner Rundfunks.